Lea hinz

About

Ich wurde in Göttingen, Niedersachsen, geboren.

Bewegung und Musik begeisterten mich schon als Kind. Als die Entscheidung anstand, entweder mein Training in der Rhythmischen Sportgymnastik oder aber meine Klavierstunden zu intensivieren, entschied ich mich für Ersteres. Ich dachte, dieses sei der beste Weg, meine beiden Leidenschaften zu kombinieren.

Schnell wurde ich in die Deutsche Nationalmannschaft aufgenommen und gewann u.a. sechs Mal die Nationalen Meisterschaften. Bereits in jungen Jahren war ich für technische Präzision und Risikobereitschaft bekannt. Dynamik und Grazie waren in meiner Wettkampfgeneration besonders gefragt, was meinen Fähigkeiten und meinem Körpertyp sehr entgegen kam.

Ich beendete meine Karriere im Leistungssport im Jahre 2006 und schloss mich erstmals dem Feuerwerk der Turnkunst unter der Regie von Heidi Aguilar an; mittlerweile ist diese Produktion Europas erfolgreichste Turnshow. Sofort war ich fasziniert vom einzigartigen Gefühl, vor einem dankbaren Publikum auf- anstatt vor einem kritischem Wettkampfgericht anzutreten. Nichts desto trotz hätte ich mir nie träumen lassen, die Bühne zu meinem Beruf zu machen. Von Kindestagen an wollte ich dem Beispiel meiner Eltern folgen und Ärztin werden. Während meiner Wohnungssuche in Berlin, wo ich mein Studium beginnen wollte, bekam ich ein Angebot vom GOP, genauer gesagt von Regisseur Karl-Heinz Helmschrot und entschied mich spontan, dieses anzunehmen. Zuerst präsentierte ich Nummern, die auf meinem Können aus der Gymnastik beruhten – Kontorsion, Manipulation und Spitzentanz. Ich plante, für ein knappes Jahr in die Welt des Entertainments abzutauchen und anschließend das Studium zu beginnen. Es kam anders…

Die mich umgebenden Künstler und Künste ließen mich wünschen, etwas komplett Neues auszuprobieren. Ich wollte unbedingt in der Luft arbeiten. Es reizte mich besonders, mich am Luftring zu probieren, deshalb ließ ich mir ein Requisit in den gewünschten Maßen anfertigen und begann Bewegungsrecherche und Training.
Um Abstand zu gewinnen und einen frischen Ansatz zu finden flog ich nach Montreal, wo ich meine erste Luftnummer kreierte: „Bloodstream“. Während ich in den kommenden Jahren in den deutschen Varietés auftrat, entwickelte ich nicht nur diese Nummer weiter, sondern baute auch meine Fähigkeiten und Spielfreude aus. Bereits im Jahr 2012 durfte ich mich bei Urbanatix unter der Regie von Christian Eggert präsentieren – es war meine erste Großproduktion als Luftartistin.

In 2013 hatte ich das große Glück, in die weltbekannte französisch-kanadische Kompanie Les 7 Doigts de la Main aufgenommen zu werden. Die Kreation der Show Amuse in Kanada und die anschließenden Shows in Mexiko waren mein erster Job außerhalb Deutschlands und der Start meiner internationalen Karriere. Ich war zutiefst inspiriert und wollte nicht nur mehr Disziplinen technisch erlernen, sondern auch tiefer in Charakterarbeit und Schauspiel eintauchen. Schlagartig war mir klar, dass ich meine Berufung gefunden hatte.

Ich entwickelte meine bekannteste Nummer „Girl in Jeans“, die aus dem Gefühl femininer Stärke und Unabhängigkeit hervorging. Sie ermöglichte mir meine erste Spielzeit mit La Soirée in New York City, gefolgt von einem zweijährigen Vertrag in der Smash-hit Show Absinthe in Las Vegas, wo ich sie über 1500 mal performte.

So sehr ich die verlässlichen Bedingungen in Las Vegas schätzte, so sehr sehnte ich mich auch nach Veränderung und dem nächsten Schritt ins Unbekannte. Ich suchte nach einer neuen Bühnenpersönlichkeit und kreierte die Nummer „Mirror“ – eine Geschichte von Selbsterkenntnis und Verletzbarkeit, die ihre Premiere bei der Imagine-Tournée des Feuerwerk der Turnkunst hatte. Als Solo-Act bei der Produktion aufzutreten, mit der ich bereits als Teenager getourt war, war eine große Ehre. Zudem bekam ich das Angebot der Organisatoren, auch in Zukunft als Choreografin und Regisseurin für sie tätig zu sein. Freudig sagte ich zu und erhielt mit der Turnfestgala des Internationalen Deutschen Turnfests in Berlin prompt mein erstes Projekt als Regisseurin.

In 2016 wurde ich Teil der engen Performer-Familie des Teatro ZinZanni und lernte die Welt der Dinnershows kennen und lieben. In Welcome to Wonderland zeigte ich nicht nur eine Kontorsions- und eine Luftringnummer, sondern lebte meinen Bühnencharakter während unserer dreistündigen Show durchgehend aus. Ich genoß v.a. die Interaktion und Improvisation mit dem Publikum.

Die Produktion Urbanatix kontaktierte mich in 2017 mit dem Vorschlag, einen Act mit Street-Performern zu gestalten, u.a. Weltklasse B-Boy PetAir. Wir trafen uns in Berlin und beschlossen, die Kombination aus Breakdance und Luftakrobatik über diesen konkreten Vertrag hinaus auszubauen. Gemeinsam mit B-Boy LilAmok gründeten wir unser eigenes Projekt „ArtCore“ und wurden u.a. für das renommierte Festival Cirque de Demain 2018 ausgewählt.

Neben Shows und Events aller Art, ob auf oder hinter der Bühne, stehe ich als Model für Foto- und Videoshootings zur Verfügung. Auf Anfrage gebe ich auch gerne Privatstunden und Workshops.